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B1Mittelstufe3 Min. LesezeitAktualisiert

Das Pronomen „es“: Personalpronomen, unpersönliches es, Platzhalter und Korrelat

es vertritt ein neutrales Nomen, ist festes Subjekt bei es regnet, es gibt und es geht, füllt Position 1 (Es kommen viele Gäste) und kündigt dass-Sätze an.

Regel

Das Wort es ist im Deutschen nicht immer ein Pronomen, das für etwas steht. Es hat fünf Aufgaben, und die entscheidende Frage lautet: Vertritt dieses es ein Wort – oder hält es nur einen Platz frei?

  • Personalpronomen. es vertritt ein neutrales Nomen (ein das-Wort) im Nominativ und im Akkusativ; beide Formen lauten es, der Dativ dazu heißt ihm. es kann auch eine ganze Aussage aufnehmen: Ich weiß es.
  • Unpersönliches es. Manche Verben haben kein echtes Subjekt und bekommen es als festes Subjekt: Wetter (es regnet, es schneit, es blitzt, es donnert), Zeit und Zustand (es ist spät, es ist kalt, es wird dunkel), Geräusche (es klingelt, es klopft), dazu es gibt + Akkusativ und es geht + Dativ. Dieses es fällt nie weg; steht ein anderes Element auf Position 1, rückt es hinter das Verb: Heute regnet es.
  • Platzhalter auf Position 1. Eröffnet kein anderes Element den Satz, füllt es den Platz vor dem Verb, während das echte Subjekt im Mittelfeld bleibt: Es kommen viele Gäste. – das Verb richtet sich nach diesem Subjekt (kommen, nicht kommt). Derselbe Platzhalter eröffnet das unpersönliche Passiv, das gar kein Subjekt hat: Es wird viel gearbeitet. In beiden Fällen verschwindet das es, sobald etwas anderes vorn steht: Heute kommen viele Gäste. / Hier wird viel gearbeitet.
  • Korrelat (Ankündigung eines Nebensatzes). es kündigt einen dass-Satz oder eine Infinitivgruppe mit zu an: Es freut mich, dass du kommst. / Es ist wichtig, pünktlich zu sein. (ebenso es stimmt, es ist schade, es tut mir leid). Steht der Nebensatz vorn, fällt das es weg: Dass du kommst, freut mich. Als Akkusativobjekt bei finden, halten für, hassen, lieben ist es dagegen Pflicht: Ich finde es gut, dass … Nicht jedes Verb hat ein Korrelat: Ich hoffe, dass … steht ohne es.
  • Feste Wendungen. es eilig haben, es gut meinen, es gut haben, es schwer haben, es sich bequem machen – hier gehört es fest zur Wendung.

Beispiele

  • Das Fahrrad ist neu – es steht im Keller.
  • Ich habe das Formular ausgedruckt und es unterschrieben.
  • Es regnet seit gestern Abend.
  • Heute Abend wird es kalt.
  • Es ist schon halb acht – wir müssen los.
  • Hier gibt es keinen Supermarkt.
  • Wie geht es dir? – Danke, es geht mir gut.
  • Es kommen heute viele Gäste. (mit anderem Element auf Position 1: Heute kommen viele Gäste.)
  • Es freut mich, dass du mitkommst.
  • Ich finde es gut, dass wir früher anfangen.
  • Sie hat es eilig, aber sie meint es gut.

Übersicht

Aufgabe von es Beispiel Was mit es passiert
Personalpronomen für ein das-Wort Das Buch? Es liegt hier. Ich lese es. echtes Subjekt/Objekt – bleibt in jeder Position
unpersönliches Subjekt (Wetter, Zeit, Geräusch) Es regnet. Es ist spät. Es klingelt. obligatorisch – Heute regnet es.
es gibt + Akk. / es geht + Dat. Es gibt Kaffee. Es geht mir gut. obligatorisch – Hier gibt es Kaffee.
Platzhalter auf Position 1 Es kommen viele Gäste. fällt weg, wenn etwas anderes vorn steht – Heute kommen viele Gäste.
Korrelat für einen Subjektsatz Es freut mich, dass du kommst. fällt weg, wenn der Nebensatz vorn steht – Dass du kommst, freut mich.
Korrelat als Akkusativobjekt Ich finde es gut, dass wir früher anfangen. obligatorisch – kann nicht wegfallen
feste Wendung Sie hat es eilig. Er meint es gut. Teil der Wendung – fällt nie weg

Typische Fehler

  • ❌ Gestern es hat geregnet. → ✅ Gestern hat es geregnet. — Das unpersönliche es ist ein normales Subjekt: Steht ein anderes Element vorn, kommt das Verb an zweiter Stelle und es danach.
  • ❌ Hier gibt keinen Supermarkt. → ✅ Hier gibt es keinen Supermarkt. — Das es von es gibt gehört zur Wendung und bleibt in jeder Position, genau wie in es regnet.
  • ❌ Heute es kommen viele Gäste. → ✅ Heute kommen viele Gäste. — Den Platzhalter gibt es nur auf Position 1; das Verb richtet sich ohnehin nach viele Gäste.
  • ❌ Ich finde gut, dass du fragst. → ✅ Ich finde es gut, dass du fragst. — Nach finden und halten für ist das Akkusativobjekt es vor dem dass-Satz Pflicht.
  • ❌ Ich habe eilig. → ✅ Ich habe es eilig. — In festen Wendungen wie es eilig haben oder es gut meinen gehört es zum Ausdruck.

Verwandte Themen

Die vollständige Pronomentabelle (mit dem Dativ ihm), die Regel vom Verb an zweiter Stelle, der dass-Satz, die Infinitivgruppe mit zu und die da(r)-Formen haben eigene Kapitel.

Häufige Fragen

Wann ist es obligatorisch und wann fällt es weg?

Obligatorisch ist es als Personalpronomen, bei unpersönlichen Verben (es regnet, es ist spät, es gibt, es geht mir gut), als Objekt bei finden und halten für sowie in festen Wendungen. Weg fällt es nur in zwei Rollen: als Platzhalter, wenn ein anderes Element Position 1 besetzt, und als Korrelat, wenn der dass-Satz selbst vorn steht.

Warum heißt es „Es kommen viele Gäste“ und nicht „Es kommt viele Gäste“?

Das Platzhalter-es ist nicht das Subjekt. Das Subjekt ist viele Gäste, deshalb steht das Verb im Plural. Sobald ein anderes Element vorn steht, verschwindet das es: Heute kommen viele Gäste.

Was ist der Unterschied zwischen „Es regnet“ und „Es kommen viele Gäste“?

In Es regnet ist es selbst das (unpersönliche) Subjekt und bleibt in jeder Position erhalten: Heute regnet es. In Es kommen viele Gäste füllt es nur Position 1 für das echte Subjekt und fällt weg, sobald etwas anderes den Satz eröffnet.

Hat es weitere Kasusformen?

Als Pronomen für ein neutrales Nomen sind Nominativ und Akkusativ gleich (es), der Dativ lautet ihm: Das Kind schläft – ich helfe ihm. Das unpersönliche und das Platzhalter-es stehen nur als Subjekt; in Wendungen wie es eilig haben ist es ein fester Akkusativ.

Wann brauche ich es vor einem dass-Satz?

Bei Ausdrücken wie es freut mich, es ist wichtig, es stimmt, wenn der Hauptsatz vorn steht; wandert der Nebensatz nach vorn, fällt es weg (Dass du kommst, freut mich). Bei finden, halten für, hassen und lieben ist es dagegen Pflicht; hoffen und glauben stehen ohne es.