Personalpronomen: Formen im Nominativ, Akkusativ und Dativ
Jedes Personalpronomen hat drei Formen: ich → mich → mir, du → dich → dir, er → ihn → ihm. Der Kasus im Satz entscheidet.
Regel
Ein Personalpronomen ersetzt ein Nomen, das schon bekannt ist. Im Deutschen ändert es dabei seine Form: Es gibt für jede Person drei Formen — eine für das Subjekt (Nominativ), eine für das Objekt (Akkusativ) und eine für den Empfänger (Dativ).
Die Subjektformen lauten ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie, Sie. Sie antworten auf die Frage wer? und bestimmen die Endung des Verbs.
Die Akkusativformen antworten auf wen? oder was?. Sie stehen nach den meisten Verben (sehen, fragen, besuchen, brauchen, anrufen) und nach den Präpositionen für, ohne, gegen, um, durch. Nur fünf Formen ändern sich wirklich: ich → mich, du → dich, er → ihn, wir → uns, ihr → euch; sie, es und Sie bleiben gleich.
Die Dativformen antworten auf wem?. Man braucht sie bei den Dativverben helfen, danken, gehören, gefallen und nach den Dativpräpositionen mit, bei, zu, von, nach, aus, seit: mir, dir, ihm, ihr, ihm, uns, euch, ihnen, Ihnen.
Drei Punkte verursachen die meisten Fehler:
- Drei Wörter für „du“. du = eine Person, die man duzt; ihr = mehrere solche Personen; Sie = höfliche Anrede, im Singular wie im Plural. Sie schreibt man immer groß und benutzt dieselbe Verbform wie sie (Plural): Sie kommen, Sie sind.
- Dinge haben ein Genus. Das Pronomen übernimmt den Artikel des Nomens: der Tisch → er, die Lampe → sie, das Buch → es, jeder Plural → sie. Entscheidend ist das Genus, nicht die Bedeutung: das Mädchen → es.
- sie ist dreifach. sie ist (eine Frau), sie sind (mehrere), Sie sind (höflich).
Stehen zwei Pronomen als Objekte im Satz, kommt der Akkusativ zuerst: Ich gebe es dir. Ein Pronomen rückt außerdem vor ein Nomen-Objekt: Ich gebe ihm das Buch. Für Dinge nach einer Präposition benutzt man normalerweise ein da-Wort (damit, dafür); die Reflexivpronomen (sich) sind ein eigenes Kapitel, und die Genitivformen (meiner, deiner) sind selten und gehoben — auf A1 braucht man sie nicht.
Beispiele
- Ich komme aus Polen. Und du?
- Kannst du mich morgen anrufen?
- Der Kaffee ist kalt. Er schmeckt mir nicht.
- Wir besuchen sie am Wochenende.
- Ich schenke ihm eine Uhr zum Geburtstag.
- Wo seid ihr? Ich sehe euch nicht.
- Können Sie mir bitte helfen?
- Das Fahrrad gehört ihr, nicht ihm.
- Ich gebe es dir morgen zurück.
Übersicht
| Kasus | 1. Sg. | 2. Sg. | 3. Sg. m | 3. Sg. f | 3. Sg. n | 1. Pl. | 2. Pl. | 3. Pl. | Höflichkeitsform |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ich | du | er | sie | es | wir | ihr | sie | Sie |
| Akkusativ | mich | dich | ihn | sie | es | uns | euch | sie | Sie |
| Dativ | mir | dir | ihm | ihr | ihm | uns | euch | ihnen | Ihnen |
| Nomen | der Tisch | die Lampe | das Buch | die Bücher |
|---|---|---|---|---|
| Pronomen | er | sie | es | sie |
Typische Fehler
- ❌ Ich sehe er. → ✅ Ich sehe ihn. — sehen verlangt ein Akkusativobjekt; er ist nur die Subjektform.
- ❌ Kannst du mich helfen? → ✅ Kannst du mir helfen? — helfen ist ein Dativverb, also mich → mir.
- ❌ Der Zug ist weg. Es ist pünktlich abgefahren. → ✅ Der Zug ist weg. Er ist pünktlich abgefahren. — der Zug ist maskulin, das Pronomen also er.
- ❌ Herr Meier, kannst du mir helfen? → ✅ Herr Meier, können Sie mir helfen? — Herr/Frau plus Nachname heißt siezen: Sie mit derselben Verbform wie sie (Plural).
- ❌ Ich gebe dir es. → ✅ Ich gebe es dir. — Bei zwei Pronomen steht der Akkusativ vor dem Dativ.
Verwandte Themen
Am besten übt man die Pronomen zusammen mit den Kasus: die Subjektformen mit dem Nominativ, mich/dich/ihn mit dem Akkusativ, mir/dir/ihm mit dem Dativ. Die Possessivartikel (mein, dein, sein) bauen genau auf diesen Personen auf, und die Verbendungen im Präsens richten sich nach ihnen.
Häufige Fragen
Welche Personalpronomen gibt es im Deutschen?
ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie und Sie. Jedes davon hat eine Akkusativform (mich, dich, ihn, uns, euch) und eine Dativform (mir, dir, ihm, ihr, uns, euch, ihnen, Ihnen).
Wann sagt man du, ihr oder Sie?
du bei einer Person, die man duzt, ihr bei mehreren solchen Personen, Sie höflich für eine Person oder eine Gruppe (Herr/Frau plus Nachname). Sie schreibt man immer groß und benutzt dieselbe Verbform wie sie (Plural): Sie kommen, Sie sind.
Sagt man er oder es für einen Gegenstand?
Das grammatische Geschlecht des Nomens entscheidet: der Tisch → er, die Lampe → sie, das Buch → es. Jeder Plural wird zu sie, unabhängig vom Genus im Singular.
Was ist der Unterschied zwischen mir und mich?
mich ist Akkusativ (Frage: wen?), mir ist Dativ (Frage: wem?). mir steht nach helfen, danken, gehören, gefallen und nach mit, bei, zu, von; mich nach sehen, fragen, besuchen, brauchen und nach für, ohne, gegen.
Wie unterscheidet man sie, sie und Sie?
An der Großschreibung und am Verb: sie ist meint eine Frau, sie sind meint mehrere Personen, das großgeschriebene Sie sind ist die höfliche Anrede. Gesprochen entscheiden die Verbendung und der Kontext.

