Verben mit Präpositionen: warten auf, denken an, Angst haben vor
Die Präposition gehört zum Verb und legt den Kasus fest: warten auf + Akkusativ, teilnehmen an + Dativ. Man lernt alle drei Teile zusammen.
Regel
Bei vielen Verben ist die Präposition nicht frei wählbar, sondern Teil des Verbs — so wie der Artikel zum Nomen gehört. Das Verb bestimmt außerdem den Kasus des folgenden Nomens. Die Lerneinheit hat deshalb immer drei Teile: Verb + Präposition + Kasus, zum Beispiel warten auf + Akkusativ.
Daraus folgen zwei Punkte:
- Die Präposition ist fest. warten verlangt auf, denken verlangt an, träumen verlangt von. Die Bedeutung der Präposition ist dabei kein Kriterium: Man wartet nicht „für“ den Bus, sondern auf ihn.
- Der Kasus ist ebenfalls fest. Bei an, auf, über, vor und in gilt hier nicht die Regel der Wechselpräpositionen (wo? – Dativ, wohin? – Akkusativ); sie gilt nur für deren lokalen Gebrauch. Dieselbe Präposition kann bei verschiedenen Verben verschiedene Kasus regieren: denken an + Akkusativ, aber teilnehmen an + Dativ.
Bei einigen Verben ändert die Präposition die Bedeutung. sich freuen auf + Akkusativ blickt auf etwas, das noch kommt; sich freuen über + Akkusativ ist die Reaktion auf etwas, das geschehen ist oder gerade der Fall ist (Ich freue mich über das schöne Wetter). sprechen über + Akkusativ nennt das Thema, sprechen mit + Dativ die Person.
Frage und Antwort. Bei einer Sache fragt man mit wo(r)- + Präposition: worauf, worüber, woran, wovon, womit (das -r- steht, wenn die Präposition mit einem Vokal beginnt); man antwortet und verweist zurück mit da(r)- + Präposition: darauf, darüber, daran, davon, damit — Worauf wartest du? – Darauf. Bei einer Person bleibt die Präposition stehen und das Pronomen wird dekliniert: Auf wen wartest du? – Auf dich. Für Personen sind die Komposita ausgeschlossen; sie haben ein eigenes Kapitel.
Vor einem dass-Satz und vor einem Infinitiv mit zu steht die Präposition als da(r)-Kompositum vor dem Nebensatz: Wir warten darauf, dass der Regen aufhört. / Ich freue mich darauf, dich zu sehen (bei gleichem Subjekt). Bei vielen dieser Verben ist das Kompositum freigestellt — Ich freue mich, dass du kommst ist ebenso korrekt —, bei warten auf muss es stehen. Viele dieser Verben sind reflexiv (sich ärgern, sich kümmern, sich verlassen) — die Reflexivpronomen behandelt ein eigenes Kapitel.
Beispiele
- Ich warte schon eine halbe Stunde auf den Bus.
- Wir freuen uns auf die Ferien.
- Meine Schwester interessiert sich für Politik.
- Denkst du noch oft an deine Schulzeit?
- Viele Kollegen nehmen am Seminar teil.
- Sie ärgert sich über den Lärm im Treppenhaus.
- Mein Sohn hat Angst vor großen Hunden.
- Kümmerst du dich bitte um die Tickets?
- Worauf wartest du? – Darauf, dass der Regen aufhört.
- Ich verlasse mich auf dich.
Übersicht
Feste Präposition mit Akkusativ:
| Verb + Präposition | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| warten auf + Akk. | auf jemanden/etwas warten | Ich warte auf den Bus. |
| sich freuen auf + Akk. | Vorfreude auf etwas Kommendes | Ich freue mich auf das Wochenende. |
| sich freuen über + Akk. | Freude über etwas Geschehenes oder Bestehendes | Ich freue mich über dein Geschenk. |
| sich ärgern über + Akk. | Ärger empfinden | Er ärgert sich über den Lärm. |
| sprechen über + Akk. | ein Thema besprechen | Wir sprechen über das Projekt. |
| denken an + Akk. | im Kopf haben | Ich denke an dich. |
| sich erinnern an + Akk. | etwas im Gedächtnis haben | Erinnerst du dich an Frau Weber? |
| glauben an + Akk. | von etwas überzeugt sein | Sie glaubt an ihren Erfolg. |
| sich interessieren für + Akk. | Interesse haben | Ich interessiere mich für Musik. |
| sich bedanken für + Akk. | Dank aussprechen | Ich bedanke mich für die Hilfe. |
| sich kümmern um + Akk. | für jemanden/etwas sorgen | Er kümmert sich um den Garten. |
| bitten um + Akk. | eine Bitte äußern | Ich bitte dich um Hilfe. |
| sich verlassen auf + Akk. | jemandem vertrauen | Du kannst dich auf mich verlassen. |
| sich vorbereiten auf + Akk. | sich bereit machen | Wir bereiten uns auf die Prüfung vor. |
Feste Präposition mit Dativ:
| Verb + Präposition | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| teilnehmen an + Dat. | dabei sein, mitmachen | Ich nehme am Kurs teil. |
| Angst haben vor + Dat. | sich fürchten | Sie hat Angst vor der Prüfung. |
| träumen von + Dat. | sich etwas wünschen oder vorstellen | Er träumt von einem Haus. |
| abhängen von + Dat. | von etwas bestimmt werden | Das hängt vom Wetter ab. |
| gehören zu + Dat. | Teil von etwas sein | Das gehört zu meinen Aufgaben. |
| anfangen mit + Dat. | beginnen | Wir fangen mit der Übung an. |
| sprechen mit + Dat. | mit einer Person reden | Ich spreche mit dem Chef. |
| sich beschäftigen mit + Dat. | sich mit etwas befassen | Sie beschäftigt sich mit Statistik. |
Typische Fehler
- ❌ Ich warte für den Bus. → ✅ Ich warte auf den Bus. — Die Präposition kommt aus dem Verbeintrag; eine Übersetzung aus der eigenen Sprache führt hier oft in die Irre.
- ❌ Ich nehme an den Kurs teil. → ✅ Ich nehme am Kurs teil. — teilnehmen an regiert den Dativ; der Kasus gehört zum Verb, die Regel wo?/wohin? gilt hier nicht (am = an dem).
- ❌ Ich erinnere mich über meine Kindheit. → ✅ Ich erinnere mich an meine Kindheit. — sich erinnern verlangt an + Akkusativ; über gehört zu anderen Verben (sich ärgern über, sprechen über).
- ❌ Ich warte auf es. → ✅ Ich warte darauf. — Bei Sachen ersetzt ein da(r)-Kompositum die Verbindung Präposition + Personalpronomen; die Pronomenform bleibt Personen vorbehalten (auf dich).
- ❌ Wir warten, dass der Regen aufhört. → ✅ Wir warten darauf, dass der Regen aufhört. — Bei warten auf muss das Kompositum darauf vor dem dass-Satz stehen (bei sich freuen darf es fehlen); dieselbe Form erscheint vor einem Infinitiv mit zu.
Verwandte Themen
Die Formen mit wo(r)- und da(r)- haben ein eigenes Kapitel, ebenso die Reflexivpronomen, die viele dieser Verben verlangen. Wer bei an, auf und über unsicher ist, vergleicht am besten mit den Wechselpräpositionen: In ihrem lokalen Gebrauch entscheidet die Frage wo? oder wohin? über den Kasus, bei der festen Verbverbindung dagegen nicht.
Häufige Fragen
Was ist ein Verb mit fester Präposition?
Ein Verb, dessen Präposition fest dazugehört und nicht frei gewählt wird: warten auf, denken an, träumen von. Die Präposition legt zusätzlich den Kasus fest, deshalb lernt man Verb + Präposition + Kasus als eine Einheit.
Woher weiß ich, ob Akkusativ oder Dativ folgt?
Der Kasus gehört zum Verb und wird mitgelernt: warten auf, denken an und sich freuen über stehen mit dem Akkusativ, teilnehmen an, Angst haben vor und träumen von mit dem Dativ. Die Frage wo?/wohin? spielt hier keine Rolle.
Was ist der Unterschied zwischen sich freuen auf und sich freuen über?
auf + Akkusativ zeigt auf etwas, das noch kommt (Ich freue mich auf das Wochenende), über + Akkusativ ist die Reaktion auf etwas Geschehenes oder Bestehendes (Ich freue mich über dein Geschenk, über das schöne Wetter).
Wie stellt man eine Frage mit diesen Verben?
Nach einer Sache mit wo(r)- + Präposition: worauf, worüber, woran, wovon, womit. Nach einer Person bleibt die Präposition stehen und das Fragewort wird dekliniert: auf wen, über wen, an wen, von wem, mit wem.
Wann brauche ich darauf, daran oder davon?
Wenn man sich auf eine Sache zurückbezieht (Ich warte darauf) und vor einem dass-Satz oder einem Infinitiv mit zu: Wir warten darauf, dass der Regen aufhört. Ich freue mich darauf, dich zu sehen. Bei Verben wie sich freuen darf das Kompositum wegfallen, bei warten auf nicht. Bei Personen steht die Präposition plus Pronomen: auf dich.

