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A2Grundstufe3 Min. LesezeitAktualisiert

Der Dativ: Artikel, Pronomen und Verwendung

Der Dativ markiert den Empfänger und antwortet auf wem?: der→dem, die→der, das→dem, Plural→den, und das Nomen bekommt im Plural ein -n.

Regel

Der Dativ ist der Kasus des Empfängers. Er markiert die Person (seltener die Sache), für die etwas geschieht, und antwortet auf die Frage wem?: Ich gebe dem Kind den Ball.

Vier Auslöser bringen den Dativ in den Satz:

  • Indirektes Objekt bei Verben des Gebens und Mitteilens: geben, schenken, zeigen, erklären, schicken, erzählen. Die Sache steht im Akkusativ, die Person im Dativ: Ich zeige dem Gast das Zimmer.
  • Dativverben: helfen, danken, gefallen, gehören, folgen, antworten, gratulieren, passen, schmecken, glauben, begegnen (= treffen), zuhören. Das persönliche Objekt steht im Dativ; bei glauben und folgen kann zusätzlich eine Sache im Akkusativ stehen: Ich glaube dir das nicht.
  • Dativpräpositionen: aus, außer, bei, mit, nach, seit, von, zu, gegenüber (= auf der anderen Seite). Nach ihnen steht nie der Akkusativ.
  • Wechselpräpositionen mit Ortsangabe: an, auf, in, über, unter, vor, hinter, neben, zwischen. wo? verlangt den Dativ, wohin? den Akkusativ.

Die Formen sind regelmäßig: Der Artikel endet auf -m (maskulin und neutrum) oder -r (feminin), im Plural heißt er den. Im Dativ Plural trägt zusätzlich das Nomen ein -n: den Kindern, mit zwei Freunden — außer bei Pluralformen auf -n oder -s (den Frauen, den Autos). Einige maskuline Nomen der n-Deklination hängen schon im Singular ein -n an: dem Nachbarn, dem Studenten.

Bei zwei Objekten gilt: zwei Nomen → Dativ vor Akkusativ. Sobald ein Pronomen im Spiel ist, rückt das Pronomen nach vorn; bei zwei Pronomen steht der Akkusativ zuerst: Ich gebe es ihm.

Beispiele

  • Ich schenke meiner Schwester ein Buch.
  • Kannst du dem Nachbarn kurz helfen?
  • Das Angebot gefällt mir wirklich gut.
  • Der Schlüssel gehört dem Hausmeister (= dem Verwalter des Gebäudes).
  • Wir fahren mit dem Bus zum Bahnhof.
  • Seit einem Monat wohnt sie in Leipzig.
  • Er liest den Kindern eine Geschichte vor.
  • Das Handy liegt auf dem Tisch (Frage: wo?).
  • Ich habe es ihm schon gestern gesagt.

Übersicht

Kasus maskulin neutrum feminin Plural
Nominativ der/ein/mein Mann das/ein/mein Kind die/eine/meine Frau die/keine/meine Leute
Dativ dem/einem/meinem Mann dem/einem/meinem Kind der/einer/meiner Frau den/keinen/meinen Leuten
Nominativ ich du er es sie wir ihr sie/Sie
Dativ mir dir ihm ihm ihr uns euch ihnen/Ihnen

Typische Fehler

  • ❌ Das Buch gehört meinen Bruder. → ✅ Das Buch gehört meinem Bruder. — gehören verlangt den Dativ; meinen Bruder ist Akkusativ.
  • ❌ Ich spiele mit den Kinder. → ✅ Ich spiele mit den Kindern. — Im Dativ Plural kommt an das Nomen ein zusätzliches -n.
  • ❌ Ich fahre mit meine Freundin. → ✅ Ich fahre mit meiner Freundin. — mit ist eine reine Dativpräposition, feminin also -r.
  • ❌ Ich gebe das Buch ihm. → ✅ Ich gebe ihm das Buch. — Ein Pronomen steht vor dem Nomen-Objekt.
  • ❌ Das Handy liegt auf den Tisch. → ✅ Das Handy liegt auf dem Tisch. — liegen beantwortet wo?, also Dativ; nur wohin? (legen) verlangt den Akkusativ.

Verwandte Themen

Der Gegenspieler des Dativs ist der Akkusativ: Er markiert das direkte Objekt und antwortet auf wen oder was? Wie sich beide Kasus nach an, auf, in und den anderen Wechselpräpositionen abwechseln, steht im Kapitel zu den Wechselpräpositionen; einen Gesamtüberblick gibt das Kapitel zu den Präpositionen. Die vollständige Formentabelle der Personalpronomen und die Regeln der n-Deklination haben eigene Kapitel.

Häufige Fragen

Wann benutzt man den Dativ?

Immer dann, wenn man nach wem? fragen kann: beim indirekten Objekt (dem Empfänger), nach Dativverben wie helfen oder gefallen, nach Dativpräpositionen wie mit, bei, zu und nach Wechselpräpositionen, wenn sie einen Ort angeben.

Welche Verben stehen mit dem Dativ?

helfen, danken, gefallen, gehören, folgen, antworten, gratulieren, passen, schmecken, glauben, begegnen, zuhören. Bei ihnen steht die Person im Dativ; glauben und folgen können zusätzlich eine Sache im Akkusativ haben.

Welche Präpositionen verlangen immer den Dativ?

aus, außer, bei, mit, nach, seit, von, zu und gegenüber. Nach diesen Präpositionen steht nie der Akkusativ, egal ob es um Ort, Zeit oder Art und Weise geht.

Warum heißt es den Kindern mit -n?

Im Dativ Plural bekommt das Nomen ein zusätzliches -n. Nur Pluralformen, die schon auf -n oder auf -s enden, bleiben unverändert: den Frauen, aber den Autos.

Steht der Dativ vor oder nach dem Akkusativ?

Bei zwei Nomen steht der Dativ zuerst: Ich gebe dem Kind den Ball. Sobald ein Pronomen dabei ist, steht das Pronomen vorn: Ich gebe es dem Kind.