BRAGIflash
Download on the App StoreGet it on Google Play
B2Obere Mittelstufe3 Min. LesezeitAktualisiert

Die N-Deklination: schwache Nomen und ihre Endung -(e)n

Eine feste Gruppe maskuliner Nomen bekommt außer im Nominativ Singular überall ein -(e)n: der Student → den, dem, des Studenten.

Regel

Eine feste Gruppe maskuliner Nomen — die N-Deklination, auch schwache Nomen genannt — bekommt außer im Nominativ Singular in jedem Kasus ein -(e)n, im Singular wie im Plural: der Student → den Studenten, dem Studenten, des Studenten, die Studenten. Nach einem -e oder -er am Wortende steht nur -n, sonst -en; der Nachbar und der Bauer bekommen ebenfalls nur -n (dem Nachbarn, nicht dem Nachbaren).

Vier Gruppen decken fast alle Fälle ab:

  • Personen und Tiere auf -e: der Junge, der Kollege, der Kunde, der Zeuge, der Experte, der Neffe, der Löwe, der Affe, der Hase. Es müssen Personen oder Tiere sein — der Käse ist eine Sache und wird stark dekliniert (des Käses).
  • Nationalitäten auf -e: der Franzose, der Pole, der Russe, der Grieche, der Türke, der Schwede. Der Deutsche gehört nicht dazu: Das ist ein nominalisiertes Adjektiv (ein Deutscher, des Deutschen).
  • Fremdwörter für Personen auf die betonten Endungen -ent, -ant, -ist, -at, -oge, -graf, -nom: der Student, der Präsident, der Praktikant, der Journalist, der Polizist, der Diplomat, der Soldat, der Biologe, der Fotograf, der Astronom. Einige Sachbezeichnungen folgen demselben Muster (der Automat, der Planet, der Diamant), andere Nomen mit gleicher Endung dagegen nicht (der Moment → des Moments) — die Endung allein ist also kein Beweis.
  • Kurze Personen- und Tierbezeichnungen: der Herr, der Mensch, der Bär, der Held, der Prinz, der Graf. Dazu der Nachbar und der Bauer: dem Nachbarn, des Bauern.

Der Herr ist unregelmäßig: im Singular -n (den/dem/des Herrn), im Plural -en (die Herren). Auch vor einem Namen wird der Titel dekliniert — Ich rufe Herrn Weber an —, im Nominativ bleibt es Herr Weber.

So erkennt man sie: Im Wörterbuch stehen hinter dem Eintrag zwei Endungen, der Student, -en, -en (Genitiv Singular, Plural). Sonst hilft die Bedeutung: maskulin und eine Person oder ein Tier. Feminine Nomen gehören nie dazu, sie bekommen im Singular überhaupt keine Endung (die Studentin → der Studentin).

Die gemischte Deklination bekommt -(e)n wie die schwachen Nomen, im Genitiv Singular zusätzlich ein -s: der Name → des Namens, ebenso der Gedanke, der Glaube, der Wille, der Buchstabe, der Friede. Einziges Neutrum ist das Herz; es behält im Akkusativ die Grundform: das Herz — dem Herzen — des Herzens.

Gesprochen hört man das -n oft weggelassen (mit dem Nachbar); geschrieben ist das kein Standard.

Beispiele

  • Ich habe dem Kollegen die Unterlagen gegeben.
  • Wir haben den Kunden noch einmal angerufen.
  • Der Vortrag des Studenten hat allen gefallen.
  • Morgen fahre ich mit meinem Nachbarn in die Stadt.
  • Können Sie bitte Herrn Weber anrufen?
  • Sie hat einen Franzosen nach dem Weg gefragt.
  • Im Zoo haben die Kinder einen Löwen und einen Bären gesehen.
  • Er arbeitet seit einem Jahr als Praktikant. (Nominativ, deshalb ohne Endung)
  • Ich kann den Namen auf dem Formular nicht lesen.
  • Die Bedeutung des Namens ist mir nicht klar.

Übersicht

Kasus der Student der Junge der Herr der Name (gemischt)
Nominativ Singular der Student der Junge der Herr der Name
Akkusativ Singular den Studenten den Jungen den Herrn den Namen
Dativ Singular dem Studenten dem Jungen dem Herrn dem Namen
Genitiv Singular des Studenten des Jungen des Herrn des Namens
Nominativ Plural die Studenten die Jungen die Herren die Namen
Dativ Plural den Studenten den Jungen den Herren den Namen
Gruppe Beispiele Form außer im Nominativ Singular
Personen und Tiere auf -e der Junge, der Kollege, der Kunde, der Zeuge, der Löwe -n: den Jungen, dem Kollegen, des Löwen
Nationalitäten auf -e der Franzose, der Pole, der Russe, der Grieche, der Türke -n: einen Franzosen, des Polen
Personen auf -ent, -ant, -ist, -at, -oge, -graf, -nom der Student, der Praktikant, der Journalist, der Diplomat, der Biologe, der Fotograf, der Astronom -en: den Studenten, dem Diplomaten, des Biologen
kurze Personen- und Tierbezeichnungen der Herr, der Mensch, der Bär, der Held, der Prinz, der Graf -en (Herr im Singular -n): den Menschen, den Bären, den Herrn
Sonderfall: nur -n der Nachbar, der Bauer dem Nachbarn, des Bauern
gemischte Deklination (Genitiv -ns) der Name, der Gedanke, der Glaube, der Wille, der Buchstabe, das Herz den Namen, dem Namen, des Namens

Typische Fehler

  • ❌ Ich habe den Student gefragt. → ✅ Ich habe den Studenten gefragt. — Außer im Nominativ Singular trägt ein schwaches Nomen ein -(e)n; der Akkusativ ist keine Ausnahme.
  • Der Studenten wartet draußen. → ✅ Der Student wartet draußen. — Der Nominativ Singular ist die einzige Form ohne Endung.
  • ❌ Das ist das Auto des Kolleges. → ✅ Das ist das Auto des Kollegen. — Schwache Nomen bilden den Genitiv mit -(e)n, nicht mit -s.
  • ❌ Ich habe Herr Weber angerufen. → ✅ Ich habe Herrn Weber angerufen. — Herr wird auch vor einem Namen dekliniert: Singular Herrn, Plural Herren.
  • ❌ Die Bedeutung des Namen ist mir nicht klar. → ✅ Die Bedeutung des Namens ist mir nicht klar. — Die gemischte Gruppe hängt im Genitiv Singular an das -n noch ein -s an.

Verwandte Themen

Die schwache Endung taucht in jedem Kasuskapitel auf: Sie erklärt den Studenten im Akkusativ, dem Nachbarn im Dativ und des Kollegen statt des Kolleges im Genitiv. Steht ein Adjektiv davor, richtet sich dessen Endung nach der Adjektivdeklination: des netten Kollegen. Wie der Plural aller übrigen Nomen gebildet wird, steht im Kapitel zu den Pluralformen.

Häufige Fragen

Welche Nomen gehören zur N-Deklination?

Maskuline Personen- und Tierbezeichnungen auf -e (der Junge, der Kollege, der Löwe), Nationalitäten auf -e (der Franzose, der Pole), Fremdwörter für Personen auf -ent, -ant, -ist, -at, -oge, -graf, -nom (der Student, der Journalist, der Biologe) sowie kurze Personenbezeichnungen wie Herr, Mensch, Bär, Held.

Woran erkennt man ein schwaches Nomen?

Am Wörterbucheintrag: Dort stehen zwei Endungen, zum Beispiel der Student, -en, -en (Genitiv, Plural). Inhaltlich gilt: maskulin und eine Person oder ein Tier — die Endung allein genügt aber nicht, denn der Automat gehört dazu, der Moment nicht.

Wie lautet der Genitiv von Student oder Kollege?

Er endet auf -(e)n und nie auf -s: des Studenten, des Kollegen, des Nachbarn. Nur die gemischte Gruppe (der Name, der Gedanke, der Glaube, der Wille, das Herz) hängt zusätzlich ein -s an: des Namens.

Warum heißt es Herrn Weber und nicht Herr Weber?

Herr bekommt im Singular -n und im Plural -en, und der Titel wird vor dem Namen mitdekliniert: Ich rufe Herrn Weber an. Nur im Nominativ bleibt die Grundform: Herr Weber ist da.

Gehören auch feminine Nomen oder alle Nomen auf -e dazu?

Nein. Feminine Nomen bekommen im Singular gar keine Endung (die Studentin → der Studentin), der Käse ist eine Sache und wird stark dekliniert (des Käses), und der Deutsche ist ein nominalisiertes Adjektiv (ein Deutscher, des Deutschen).