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B1Mittelstufe3 Min. LesezeitAktualisiert

TEKAMOLO und das Mittelfeld: Wortstellung im Hauptsatz

Im Mittelfeld stehen die Angaben temporal – kausal – modal – lokal; Pronomen stehen vorn: Subjekt, dann Akkusativ vor Dativ; zwei Nomen: Dativ vor Akkusativ.

Regel

Alles zwischen dem konjugierten Verb und dem Satzende ist das Mittelfeld. Das Deutsche füllt es in einer vorhersagbaren Reihenfolge: TE-KA-MO-LOtemporal (wann?), kausal (warum?), modal (wie? womit?), lokal (wo? wohin?).

Den Rahmen liefert die Satzklammer aus dem Grundkapitel zum Satzbau: Das konjugierte Verb bleibt an zweiter Stelle, ein zweiter Verbteil (Infinitiv, Partizip II, trennbare Vorsilbe) schließt den Satz. Dazwischen liegt das Mittelfeld.

Zwei Punkte sind wichtig:

  • TEKAMOLO ist die Grundstellung, kein Gesetz. Die meisten Sätze enthalten nur zwei oder drei der vier Angaben; die vorhandenen behalten diese relative Reihenfolge. Eine andere Abfolge dieser freien Angaben ergibt keinen falschen Satz, sondern eine andere Betonung. Anders ist es bei einer Ergänzung, die das Verb verlangt: Eine Richtungsangabe wie nach Köln schließt das Mittelfeld ab, eine Zeitangabe kann also nicht danach stehen.
  • Pronomen stehen vorn. Personalpronomen rücken an den Anfang des Mittelfelds, direkt hinter das konjugierte Verb: zuerst das Subjektpronomen, dann die Objekte. Ein Pronomen-Objekt steht vor einem Nomen-Objekt und kann sogar vor einem Nomen-Subjekt stehen: Gestern hat mir mein Kollege geholfen — mit dem Nomen-Subjekt zuerst ist der Satz ebenso korrekt.

Im neutralen Fall entscheidet die Form über die Reihenfolge der beiden Objekte: zwei Nomen → Dativ vor Akkusativ; ein Nomen und ein Pronomen → Pronomen zuerst; zwei Pronomen → Akkusativ vor Dativ.

Zwei Kräfte überlagern die Grundstellung. Bekannt vor neu: Bekanntes steht früh, Neues spät — deshalb heißt es Ich habe das Buch einem Kollegen geliehen. Und das Vorfeld: Genau ein Element darf vor das konjugierte Verb rücken, um hervorgehoben zu werden oder an den vorherigen Satz anzuknüpfen; es verlässt damit das Mittelfeld, und das Subjekt folgt dem Verb.

Ein Satz zur Verneinung: Verneint nicht den ganzen Satz, steht es am Ende des Mittelfelds, aber vor dem zweiten Verbteil und vor einer obligatorischen Ortsergänzung oder einem Prädikativ; sonst steht es direkt vor dem Element, das es verneint.

Beispiele

  • Ich fahre morgen mit dem Zug nach Köln. (temporal – modal – lokal)
  • Ich bin gestern wegen des Staus zu spät ins Büro gekommen.
  • Sie hat mir das Problem am Telefon erklärt.
  • Ich habe dem Kunden den Vertrag schon geschickt. (zwei Nomen: Dativ zuerst)
  • Ich zeige es ihm morgen. (zwei Pronomen: Akkusativ zuerst)
  • Deshalb habe ich es ihm gestern erklärt.
  • Wir haben den Vertrag am Montag in Ruhe besprochen. (bekanntes Objekt vor der Zeitangabe)
  • Ich habe das Buch einem Kollegen geliehen. (bekannt vor neu)
  • Nach Köln fahre ich morgen mit dem Zug. (Ort im Vorfeld, betont)
  • Ich fahre heute nicht ins Büro.

Übersicht

Feld Frage Beispiele
TE — temporal wann? wie lange? wie oft? morgen, am Montag, seit einer Woche
KA — kausal warum? wozu? wegen des Staus, aus Angst
MO — modal wie? womit? mit wem? gern, in Ruhe, mit dem Zug
LO — lokal wo? wohin? woher? im Büro, ins Büro, nach Köln
Vorfeld + Verb Pronomen TE KA MO LO Satzende
Ich fahre morgen mit dem Zug nach Köln
Ich bin gestern wegen des Staus zu spät ins Büro gekommen
Morgen fahre ich mit dem Zug nach Köln
Deshalb habe ich es ihm gestern erklärt
Sie hilft mir jeden Samstag gern im Garten
Objekte Reihenfolge Beispiel
zwei Nomen Dativ vor Akkusativ Ich habe dem Kunden den Vertrag geschickt.
Nomen + Pronomen Pronomen zuerst Ich habe es dem Kunden geschickt.
zwei Pronomen Akkusativ vor Dativ Ich habe es ihm geschickt.

Typische Fehler

  • ❌ Ich fahre nach Köln morgen. → ✅ Ich fahre morgen nach Köln. — Im neutralen Satz steht die Zeitangabe vor der Ortsangabe; die Richtungsangabe schließt das Mittelfeld ab.
  • ❌ Ich habe dem Kollegen es gegeben. → ✅ Ich habe es dem Kollegen gegeben. — Ein Pronomen-Objekt rückt vor das Nomen-Objekt.
  • ❌ Ich gebe ihm es. → ✅ Ich gebe es ihm. — Bei zwei Pronomen steht der Akkusativ zuerst.
  • ❌ Deshalb habe es ich ihm erklärt. → ✅ Deshalb habe ich es ihm erklärt. — Das Subjektpronomen bleibt vor den Objektpronomen.
  • Morgen mit dem Zug fahre ich nach Köln. → ✅ Morgen fahre ich mit dem Zug nach Köln. — Vor das konjugierte Verb passt nur ein Element; der Rest bleibt im Mittelfeld.

Verwandte Themen

Die Verbzweitstellung und die Satzklammer, die das Mittelfeld einrahmen, stehen im Grundkapitel zum Satzbau. Alle Regeln zur Stellung von nicht stehen im Kapitel zur Negation, die Formen der beiden Objekte im Kapitel zum Dativ und im Kapitel zu den Personalpronomen. Wie sich die Wortstellung im Nebensatz ändert, ist ein eigenes Kapitel.

Häufige Fragen

Wofür steht TEKAMOLO?

Für temporal – kausal – modal – lokal, also Zeit, Grund, Art und Weise, Ort. Das ist die neutrale Reihenfolge der Angaben im Mittelfeld; in den meisten Sätzen kommen nur zwei oder drei dieser Felder vor.

Ist TEKAMOLO eine feste Regel?

Nein, es ist die neutrale Grundstellung der freien Angaben: Betonung, das Prinzip bekannt vor neu und das Vorfeld verschieben sie, ohne dass der Satz falsch wird. Eine obligatorische Richtungsergänzung ist dagegen fest — sie schließt das Mittelfeld ab.

Wo stehen Pronomen im Mittelfeld?

Ganz am Anfang, direkt hinter dem konjugierten Verb: zuerst das Subjektpronomen, dann Akkusativ vor Dativ. Ein Pronomen steht vor einem Nomen-Objekt und kann auch vor einem Nomen-Subjekt stehen: Gestern hat mir mein Kollege geholfen.

Steht der Dativ vor oder nach dem Akkusativ?

Zwei Nomen: Dativ zuerst (dem Kunden den Vertrag). Nomen und Pronomen: Pronomen zuerst (es dem Kunden). Zwei Pronomen: Akkusativ zuerst (es ihm).

Wo steht nicht im Mittelfeld?

Verneint nicht den ganzen Satz, steht es am Ende des Mittelfelds, aber vor dem zweiten Verbteil und vor einer obligatorischen Ortsergänzung oder einem Prädikativ. Sonst steht es direkt vor dem Element, das es verneint.