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B1Mittelstufe3 Min. LesezeitAktualisiert

Der Genitiv: Artikel des/der, die Endungen -s und -es, Präpositionen

Der Genitiv zeigt Besitz und antwortet auf wessen?: der/das → des mit -s oder -es am Nomen, die und Plural → der ganz ohne Endung.

Regel

Der Genitiv ist der Kasus des Besitzes und des Nomen-Attributs (einer näheren Bestimmung zu einem Nomen): Er verbindet zwei Nomen und antwortet auf die Frage wessen?das Auto meines Vaters. Vom Verb hängt er normalerweise nicht ab — das tut nur eine kleine formelle Gruppe von Verben —, sondern vom Nomen davor; dieses Genitivattribut steht hinter dem Nomen, zu dem es gehört. Nur ein Name steht davor: Annas Auto.

Zwei Dinge ändern sich. Der Artikel heißt maskulin und neutrum des, feminin und im Plural der (ebenso eines/keines/meines und einer/keiner/meiner). Und das Nomen: Maskuline und neutrale Nomen im Singular bekommen -s oder -es, feminine Nomen und alle Pluralformen bleiben unverändert.

  • -es ist Pflicht nach -s, -ß, -z, -tz, -x, wobei sich ein einfaches -s nach kurzem Vokal verdoppelt: des Hauses, des Platzes, aber des Busses, des Ergebnisses. Auch einsilbige Nomen auf Konsonant nehmen normalerweise -es (des Mannes, des Kindes; beides korrekt: des Tages und des Tags); einsilbige auf Vokal nehmen -s: des Sees, des Knies.
  • -s steht bei längeren Nomen, vor allem bei denen auf unbetontes -er, -el, -en (des Lehrers, des Fensters) und bei den meisten anderen mehrsilbigen (des Urlaubs; des Erfolgs oder des Erfolges). Nomen lateinischer oder griechischer Herkunft auf -us/-os bleiben unverändert: des Rhythmus, des Zirkus.
  • Nomen der N-Deklination (maskuline Nomen, die außer im Nominativ Singular -en bekommen) haben -en: des Studenten, des Nachbarn.

Namen hängen einfach ein -s ohne Apostroph an: Annas Fahrrad, Peters Freundin, Deutschlands Hauptstadt. Endet der Name schon auf -s, -ß, -x, -z oder -tz, steht stattdessen ein Apostroph: Max' Auto, Hans' Buch. Sonst ist ein Apostroph nur erlaubt, wenn er die Grundform erkennbar hält (Andrea's Blumenladen).

Die sechs häufigsten Präpositionen mit Genitiv sind während, wegen, trotz, statt (anstatt), innerhalb, außerhalb (in formellen Texten außerdem aufgrund, angesichts, mithilfe). Wegen dem Wetter und ähnliche Dativformen sind umgangssprachlich oder regional, nicht falsch; der Dativ ist sogar nötig, wenn ein Nomen ohne Artikel den Genitiv nicht zeigen kann: wegen Geschäften. Eine kleine formelle Gruppe von Verben behält ein Genitivobjekt: gedenken, bedürfen, sich erfreuen sowie juristisch jemanden einer Sache beschuldigen.

Gesprochen ersetzt von + Dativ den Genitiv: das Auto von meinem Bruder. Geschrieben ist der Genitiv die neutrale Wahl; von ist aber die einzige Möglichkeit, wenn kein Artikel und kein Adjektiv die Endung tragen kann: der Import von Waren.

Beispiele

  • Das ist das Auto meines Vaters.
  • Die Farbe des Hauses gefällt mir nicht.
  • Der Vorschlag des Studenten wurde angenommen.
  • Die Meinung der Kinder ist uns wichtig.
  • Annas Fahrrad steht im Hof.
  • Max' Auto ist schon wieder kaputt.
  • Während der Pause habe ich telefoniert.
  • Trotz des Regens sind wir spazieren gegangen.
  • Innerhalb einer Woche bekommen Sie eine Antwort.
  • Wir gedenken der Opfer (gedenken = in einer Feier ehrend an jemanden denken).
  • Das ist das Auto von meinem Bruder. (gesprochene Variante zu meines Bruders)

Übersicht

Kasus maskulin neutrum feminin Plural
Nominativ der/ein/mein Mann das/ein/mein Kind die/eine/meine Frau die/keine/meine Kinder
Genitiv des/eines/meines Mannes des/eines/meines Kindes der/einer/meiner Frau der/keiner/meiner Kinder
Nomen (m/n, außer N-Deklination) Endung Beispiel
einsilbig auf Konsonant -es der Mann → des Mannes, das Kind → des Kindes
einsilbig auf Vokal -s der See → des Sees, das Knie → des Knies
auf -s, -ß, -z, -tz, -x -es (einfaches -s verdoppelt) das Haus → des Hauses, der Bus → des Busses
mehrsilbig auf -er, -el, -en -s der Lehrer → des Lehrers, das Fenster → des Fensters
andere mehrsilbige -s (auch -es) der Urlaub → des Urlaubs, der Erfolg → des Erfolgs
auf -us, -os (lat./griech.) keine Endung der Rhythmus → des Rhythmus, der Zirkus → des Zirkus
N-Deklination (m) -en der Student → des Studenten
feminin und Plural keine Endung die Frau → der Frau, die Kinder → der Kinder

Typische Fehler

  • ❌ Das ist das Auto meines Vater. → ✅ Das ist das Auto meines Vaters. — Maskuline und neutrale Nomen brauchen zusätzlich das -s/-es; der Artikel allein genügt nicht.
  • ❌ Das ist die Tasche meiner Schwesters. → ✅ Das ist die Tasche meiner Schwester. — Feminine Nomen bekommen im Genitiv keine Endung; nur der Artikel wird zu der/einer/meiner.
  • Anna's Fahrrad steht im Hof. → ✅ Annas Fahrrad steht im Hof. — Das Genitiv-s eines Namens steht ohne Apostroph; nach -s, -ß, -x, -z, -tz ist er Standard (Max' Auto), sonst nur erlaubt, wenn er die Grundform erkennbar hält (Andrea's).
  • Trotz des Regen sind wir spazieren gegangen. → ✅ Trotz des Regens sind wir spazieren gegangen. — Nach einer Genitivpräposition steht die ganze Gruppe im Genitiv, das maskuline Nomen behält also seine Endung.
  • ❌ Das ist das Auto von die Eltern. → ✅ Das ist das Auto von den Eltern. — von ist eine Dativpräposition; die Genitivform lautet der Eltern.

Verwandte Themen

Wie sich ein Adjektiv im Genitiv verhält (meines älteren Bruders), steht im Kapitel zur Adjektivdeklination; warum es des Studenten heißt, erklärt das Kapitel zur N-Deklination. Die Relativpronomen dessen/deren übertragen den Genitiv in den Relativsatz.

Häufige Fragen

Wann benutzt man den Genitiv?

Für Besitz und für Attribute zu einem Nomen — man fragt wessen? —, nach den Genitivpräpositionen während, wegen, trotz, statt, innerhalb, außerhalb und bei einigen formellen Verben. In der gesprochenen Sprache steht oft von + Dativ.

Wann steht -s und wann -es am Nomen?

-es steht nach -s, -ß, -z, -tz, -x, wobei sich ein einfaches -s nach kurzem Vokal verdoppelt (des Busses), und normalerweise bei einsilbigen Nomen auf Konsonant (des Kindes, des Mannes). -s bekommen längere Nomen, vor allem die auf -er, -el, -en (des Lehrers), und einsilbige auf Vokal (des Sees). Nomen auf -us/-os bleiben unverändert (des Rhythmus), feminine Nomen und Pluralformen endungslos.

Wie bildet man den Genitiv von Namen?

Name + s, ohne Apostroph: Annas Auto, Peters Freundin, Deutschlands Hauptstadt. Namen, die schon auf -s, -ß, -x, -z oder -tz enden, bekommen nur einen Apostroph (Max' Auto, Hans' Buch) oder man sagt das Auto von Max. Sonst ist ein Apostroph nur erlaubt, wenn er die Grundform erkennbar hält (Andrea's Blumenladen).

Welche Präpositionen verlangen den Genitiv?

Die sechs häufigsten sind während, wegen, trotz, statt (anstatt), innerhalb und außerhalb; in formellen Texten auch aufgrund, angesichts, mithilfe. Mit Dativ (wegen dem Wetter) sind sie umgangssprachlich oder regional, und der Dativ ist nötig, wenn ein Nomen ohne Artikel keinen Genitiv zeigen kann: wegen Geschäften.

Kann man statt meines Bruders auch von meinem Bruder sagen?

Ja, von + Dativ ist die normale gesprochene Form; geschrieben bevorzugt man den Genitiv. Steht das Nomen ohne Artikel und ohne Adjektiv, ist von die einzige Möglichkeit: der Import von Waren.