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Possessivartikel und Possessivpronomen: mein, dein, sein, ihr

Der Besitzer bestimmt den Stamm (ich → mein, sie → ihr), das besessene Nomen die Endung: mein Buch, meine Tasche, meinen Bruder.

Regel

Possessivartikel geben an, wem etwas gehört: mein Auto, deine Idee, ihr Hund. Die Arbeit ist dabei auf zwei Seiten verteilt: Der Besitzer bestimmt den Stamm, das besessene Nomen bestimmt die Endung.

Die neun Stämme: ich → mein-, du → dein-, er → sein-, es → sein-, sie (Singular) → ihr-, wir → unser-, ihr → euer-, sie (Plural) → ihr-, Sie (Höflichkeitsform) → Ihr-.

Wichtig ist die Blickrichtung: Für die Wahl zwischen sein und ihr zählt nur, wer besitzt, nicht was besessen wird. Deshalb heißt es Anna sucht ihren Schlüssel, aber Paul sucht seinen Schlüssel.

Die Endungen sind dieselben wie bei ein und kein: keine Endung im Nominativ Maskulinum und im Neutrum Singular, -e im Femininum und im Plural, -en im Akkusativ Maskulinum, -em und -er im Dativ. Im Dativ Plural kommt zusätzlich das bekannte -n an das Nomen: mit meinen Freunden.

Zwei Besonderheiten der Schreibung: Bei euer fällt das -e- des Stammes weg, sobald eine Endung folgt (euer Zimmer, aber eure Zimmer, euren Eltern); bei unser bleibt es stehen (unsere Wohnung). Und Ihr als Höflichkeitsform schreibt man immer groß — nur so unterscheidet es sich schriftlich von ihr (= von ihr oder von ihnen).

Fällt das Nomen weg, wird aus dem Artikel ein Possessivpronomen und bekommt eine volle Endung: Maskulinum Nominativ -er, Neutrum -(e)s, sonst wie in der Übersicht. Ist das dein Stift? – Nein, meiner ist blau. / Das ist meins. Die längere Form meines ist ebenso korrekt und wirkt schriftsprachlicher.

Die Genitivformen (meines Bruders) gehören zum Genitiv und damit in ein späteres Kapitel.

Beispiele

  • Mein Bruder wohnt in Hamburg.
  • Wie heißt deine Schwester?
  • Er sucht seinen Schlüssel.
  • Sie fährt mit ihrem Fahrrad zur Arbeit.
  • Unsere Wohnung ist ziemlich klein.
  • Habt ihr eure Hausaufgaben gemacht?
  • Ich helfe meiner Mutter im Garten.
  • Ist das Ihr Mantel, Frau Weber?
  • Das ist nicht mein Stift — meiner ist blau.

Übersicht

mein maskulin (der Bruder) neutrum (das Buch) feminin (die Tasche) Plural (die Eltern)
Nominativ mein Bruder mein Buch meine Tasche meine Eltern
Akkusativ meinen Bruder mein Buch meine Tasche meine Eltern
Dativ meinem Bruder meinem Buch meiner Tasche meinen Eltern
Besitzer ich du er es sie (Sg.) wir ihr sie (Pl.) Sie
Stamm mein dein sein sein ihr unser euer ihr Ihr
+ Buch mein Buch dein Buch sein Buch sein Buch ihr Buch unser Buch euer Buch ihr Buch Ihr Buch

Ohne Nomen (Possessivpronomen):

ohne Nomen maskulin neutrum feminin Plural
Nominativ meiner mein(e)s meine meine
Akkusativ meinen mein(e)s meine meine
Dativ meinem meinem meiner meinen

Typische Fehler

  • ❌ Sie liebt ihr Mann. → ✅ Sie liebt ihren Mann. — Die Endung kommt vom Nomen: der Mann steht hier als direktes Objekt im Akkusativ, also -en.
  • ❌ Er fährt mit seine Schwester. → ✅ Er fährt mit seiner Schwester. — mit verlangt immer den Dativ, feminin also -er.
  • ❌ Anna besucht seinen Vater. → ✅ Anna besucht ihren Vater. — Der Stamm richtet sich nach der Besitzerin: Anna = sie, also ihr-.
  • ❌ Das ist meine Buch. → ✅ Das ist mein Buch. — Im Neutrum Singular steht im Nominativ und Akkusativ keine Endung, genau wie bei ein Buch.
  • ❌ Ist das dein? → ✅ Ist das deins? — Ohne Nomen braucht das Possessivpronomen eine volle Endung: Neutrum -(e)s, maskulin -er (deiner).

Verwandte Themen

Die Stämme lernt man am besten zusammen mit den Personalpronomen, die Endungen zusammen mit ein und kein — es ist dieselbe Endungsreihe. Woher die Endungen -en, -em und -er stammen, zeigen die Kapitel zum Akkusativ und zum Dativ.

Häufige Fragen

Wann sagt man sein und wann ihr?

Der Stamm richtet sich nach dem Besitzer: er und es haben sein-, sie (Singular und Plural) hat ihr-. Anna sucht ihren Schlüssel, Paul sucht seinen Schlüssel — das Objekt ist gleich, der Besitzer nicht.

Welche Endungen bekommt der Possessivartikel?

Genau die Endungen von ein und kein. Sie richten sich nach Genus (grammatisches Geschlecht), Numerus und Kasus des besessenen Nomens: mein Buch, meine Tasche, meinen Bruder, meiner Mutter.

Warum heißt es eure und nicht euere?

Bei euer fällt das -e- des Stammes weg, sobald eine Endung folgt: eure Tickets, euren Lehrer, eurem Kind. Bei unser bleibt es erhalten: unsere Wohnung, unseren Freunden.

Wie sagt man meiner oder meins ohne Nomen?

Fällt das Nomen weg, braucht das Possessivpronomen eine volle Endung: Meiner ist blau (maskulin, -er), Das ist meins (neutrum, -s), Meine ist neu (feminin, -e). Die Langform meines ist ebenso korrekt.

Was ist der Unterschied zwischen ihr, Ihr und ihre?

ihr- heißt von ihr (eine Frau) oder von ihnen (mehrere); daneben gibt es das Personalpronomen ihr (mehrere Personen, die man duzt). Ihr- schreibt man immer groß und meint die Höflichkeitsform von Sie. Das -e in ihre ist nur die Endung für feminin oder Plural.