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Modalverben: Bedeutung, Formen und Satzklammer

können, müssen, dürfen, sollen, wollen, mögen: Das Modalverb steht auf Position 2, das zweite Verb im Infinitiv am Satzende.

Regel

Es gibt sechs Modalverben: können, müssen, dürfen, sollen, wollen, mögen. Sie verändern die Aussage eines zweiten Verbs. Das Modalverb wird konjugiert und steht im Aussagesatz auf Position 2; das zweite Verb bleibt im Infinitiv (Grundform) und steht am Satzende. Modalverb und Infinitiv bilden zusammen die Satzklammer, alle übrigen Wörter stehen dazwischen.

Verb Bedeutung Beispiel
können Fähigkeit, Möglichkeit Ich kann schwimmen.
müssen Notwendigkeit Ich muss arbeiten.
dürfen Erlaubnis Du darfst hier parken.
sollen Auftrag oder Erwartung von jemand anderem Du sollst mehr schlafen.
wollen eigene Absicht Ich will Deutsch lernen.
mögen Vorliebe (meist ohne zweites Verb) Ich mag Tee.
möchten höflicher Wunsch Ich möchte einen Tee.

Verneint ist dürfen ein Verbot: Hier darf man nicht rauchen. Und möchten ist formal der Konjunktiv II von mögen: die höfliche Wunschform, die man im Geschäft oder im Restaurant benutzt, denn wollen klingt dort unhöflich.

Die Formen sind im Singular unregelmäßig: Der Stammvokal wechselt (können → ich kann, müssen → ich muss, mögen → ich mag), und die Formen für ich und er/sie/es haben keine Endung und sind gleich. Im Plural sind die Formen regelmäßig: wir können, ihr könnt, sie können. Nur sollen behält seinen Vokal, und möchten wird regelmäßig konjugiert.

Drei praktische Punkte. Erstens steht der Infinitiv nach einem Modalverb ohne zu: Ich muss heute arbeiten. Zweitens kann ein Modalverb allein stehen, wenn die Handlung klar ist: Ich kann Deutsch. Ich muss nach Hause. Drittens rückt das Modalverb in der Ja/Nein-Frage auf Position 1: Kannst du mir bitte helfen?

Bei der Verneinung steht nicht direkt vor dem Infinitiv am Satzende, kein- dagegen verneint ein Nomen: Ich mag keinen Kaffee. Achten Sie auf das Paar Du musst nicht kommen (es ist nicht nötig) und Du darfst nicht kommen (es ist verboten). Die Vergangenheitsformen (konnte, musste, wollte …) und die subjektive Bedeutung der Modalverben (Er muss krank sein = vermutlich) sind eigene Kapitel.

Beispiele

  • Ich kann gut schwimmen.
  • Kannst du mir bitte helfen?
  • Wir müssen morgen früh aufstehen.
  • Hier darf man nicht rauchen.
  • Sollen wir ein Taxi nehmen?
  • Meine Tochter will Ärztin werden.
  • Du musst heute nicht arbeiten.
  • Ich mag keinen Kaffee.
  • Ich möchte bitte ein Wasser.
  • Ich kann ein bisschen Deutsch.

Übersicht

Person können müssen dürfen sollen wollen mögen möchten
ich kann muss darf soll will mag möchte
du kannst musst darfst sollst willst magst möchtest
er/sie/es kann muss darf soll will mag möchte
wir können müssen dürfen sollen wollen mögen möchten
ihr könnt müsst dürft sollt wollt mögt möchtet
sie/Sie können müssen dürfen sollen wollen mögen möchten

Typische Fehler

  • ❌ Ich kann schwimmen gut. → ✅ Ich kann gut schwimmen. — Der Infinitiv ist das letzte Wort im Hauptsatz.
  • ❌ Ich kanne Deutsch sprechen. → ✅ Ich kann Deutsch sprechen. — Bei Modalverben haben ich und er/sie/es keine Endung.
  • ❌ Ich muss heute zu arbeiten. → ✅ Ich muss heute arbeiten. — Nach einem Modalverb steht der Infinitiv ohne zu.
  • ❌ Du musst hier nicht rauchen (gemeint: Es ist verboten). → ✅ Du darfst hier nicht rauchen. — nicht müssen nimmt nur die Pflicht weg; ein Verbot verlangt nicht dürfen.
  • ❌ Ich will bitte einen Kaffee. → ✅ Ich möchte bitte einen Kaffee. — Beim Bestellen klingt wollen unhöflich; höflich ist möchten.

Verwandte Themen

An den Modalverben sieht man die Satzklammer besonders gut — deshalb lohnt sich als Nächstes das Kapitel zum Satzbau im Hauptsatz. Die regelmäßigen Präsensendungen, denen die Pluralformen folgen, und die Sonderverben sein, haben und möchten haben eigene Kapitel; die Stellung von nicht und kein erklärt das Kapitel über die Verneinung mit nicht und kein.

Häufige Fragen

Welche Modalverben gibt es im Deutschen?

Sechs: können (Fähigkeit), müssen (Notwendigkeit), dürfen (Erlaubnis), sollen (Auftrag von anderen), wollen (eigene Absicht) und mögen (Vorliebe). Dazu lernt man die Höflichkeitsform möchten.

Wo steht das zweite Verb bei einem Modalverb?

Das Modalverb wird konjugiert und steht auf Position 2, das zweite Verb bleibt im Infinitiv und rutscht ans Satzende: Wir müssen morgen früh aufstehen. In Ja/Nein-Fragen steht das Modalverb auf Position 1.

Warum heißt es ich kann und nicht ich kanne?

Modalverben sind im Singular unregelmäßig: Der Stammvokal ändert sich und die Formen für ich und er/sie/es haben keine Endung — ich kann, du kannst, er kann. Im Plural sind die Formen regelmäßig.

Was ist der Unterschied zwischen möchten und wollen?

möchten — formal der Konjunktiv II von mögen — drückt einen höflichen Wunsch aus und passt in Geschäft, Café und bei Bitten. wollen nennt eine feste Absicht und klingt beim Bestellen unhöflich: Ich möchte einen Kaffee, nicht Ich will einen Kaffee.

Bedeutet nicht müssen dasselbe wie nicht dürfen?

Nein. nicht müssen heißt, dass etwas nicht nötig ist; nicht dürfen ist ein Verbot. Du musst nicht kommen stellt frei, Du darfst nicht kommen verbietet es.