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sein, haben und möchten: Formen und Gebrauch im Präsens

sein sagt, wer jemand ist, haben, was jemand hat, möchten, was jemand gern hätte: bin/bist/ist, habe/hast/hat, möchte/möchtest.

Regel

sein, haben und möchten sind die drei Verben der ersten Gespräche. Alle drei sind unregelmäßig, deshalb lernt man sie als Gruppe und nicht einzeln.

sein sagt, wer, wie oder wo jemand ist: Name und Identität, Herkunft, Beruf, Alter, Zustand, Ort. Nach sein steht der Beruf oder die Nationalität ohne Artikel: Ich bin Lehrerin. Auch das Alter steht mit sein: Ich bin 25 Jahre alt. Verneint wird mit nicht: Ich bin nicht müde.

haben sagt, was jemand hat: Besitz, Familie, Termine. Dazu kommt eine Gruppe fester Wendungen: Hunger haben, Durst haben, Angst haben, Zeit haben, Lust haben (= etwas gern tun wollen), recht haben, Geburtstag haben. Das, was man hat, steht im Akkusativ und wird mit kein verneint: Ich habe kein Auto.

möchten drückt einen höflichen Wunsch aus. Die Form ist ursprünglich der Konjunktiv II von mögen, funktioniert hier aber als eigenes Verb und folgt dem Muster der Modalverben: Die Formen für ich und er/sie/es sind gleich und haben kein -t — also er möchte, nie er möchtet; ein -t steht nur in du möchtest und ihr möchtet. Einen eigenen Infinitiv und eine eigene Vergangenheit hat möchten nicht: Im Wörterbuch steht mögen, für die Vergangenheit nimmt man wollte, und ich möchtete gibt es nicht. Es gibt zwei Konstruktionen:

  • mit Akkusativobjekt: Ich möchte einen Kaffee.
  • mit einem zweiten Verb, das als Infinitiv am Satzende steht: Wir möchten heute ins Kino gehen. Diese Klammer aus konjugiertem Verb und Infinitiv heißt Verbklammer.

möchten und mögen sind nicht dasselbe: Ich mag Kaffee beschreibt eine generelle Vorliebe, Ich möchte einen Kaffee den Wunsch im Moment.

Die Vergangenheitsformen war und hatte sowie haben und sein als Hilfsverben des Perfekts sind eigene Kapitel; auf dieser Stufe genügt das Präsens.

Beispiele

  • Ich bin Lehrerin und komme aus Bremen.
  • Bist du heute müde?
  • Meine Schwester ist 25 Jahre alt.
  • Am Samstag sind wir zu Hause.
  • Habt ihr morgen Zeit?
  • Sie hat einen Hund und zwei Katzen.
  • Ich habe Hunger und Durst.
  • Ich möchte einen Kaffee, bitte.
  • Möchten Sie noch etwas trinken?
  • Wir möchten am Wochenende nach Berlin fahren.

Übersicht

Person sein haben möchten
ich bin habe möchte
du bist hast möchtest
er/sie/es ist hat möchte
wir sind haben möchten
ihr seid habt möchtet
sie/Sie sind haben möchten

Typische Fehler

  • ❌ Ich bin Hunger. → ✅ Ich habe Hunger. — Hunger, Durst und Angst stehen im Deutschen mit haben.
  • ❌ Du hast 20 Jahre. → ✅ Du bist 20 Jahre alt. — Das Alter wird mit sein + (Jahre) alt ausgedrückt.
  • ❌ Ihr sind aus Wien. → ✅ Ihr seid aus Wien. — Die ihr-Form von sein ist seid; sind gehört zu wir und sie/Sie.
  • ❌ Er möchtet einen Tee. → ✅ Er möchte einen Tee. — Muster der Modalverben: Die er/sie/es-Form hat kein -t.
  • ❌ Ich möchte nach Hause gehe. → ✅ Ich möchte nach Hause gehen. — Das zweite Verb bleibt Infinitiv und steht am Satzende.

Verwandte Themen

Die regelmäßigen Präsensendungen, von denen diese drei Verben abweichen, stehen im Kapitel zur Verbkonjugation. Das Muster ohne -t teilt möchten mit den übrigen Modalverben; die Verneinung mit nicht und kein und das Perfekt mit den Hilfsverben haben und sein haben ebenfalls eigene Kapitel.

Häufige Fragen

Wie werden sein und haben im Präsens konjugiert?

sein: ich bin, du bist, er/sie/es ist, wir sind, ihr seid, sie/Sie sind. haben: ich habe, du hast, er/sie/es hat, wir haben, ihr habt, sie/Sie haben. sein ist durchgehend unregelmäßig, bei haben ändern nur du und er/sie/es den Stamm.

Wann benutzt man sein und wann haben?

sein sagt, wer, wie oder wo jemand ist: Identität, Herkunft, Beruf, Alter, Zustand, Ort. haben sagt, was jemand hat, dazu die festen Wendungen Hunger, Durst, Angst, Zeit und Lust haben.

Ist möchten eine Form von mögen?

Ja, möchte ist der Konjunktiv II von mögen, wird aber wie ein eigenes Verb gelernt. Einen eigenen Infinitiv und eine eigene Vergangenheit hat möchten nicht: Im Wörterbuch steht mögen, für die Vergangenheit nimmt man wollte, und die Form ich möchtete gibt es nicht.

Warum heißt es er möchte und nicht er möchtet?

möchten folgt dem Muster der Modalverben: Die Formen für ich und er/sie/es sind gleich und haben kein -t. Ein -t steht nur in den Formen du möchtest und ihr möchtet.

Heißt es Ich bin 20 Jahre oder Ich habe 20 Jahre?

Das Alter steht im Deutschen mit sein: Ich bin 20 Jahre alt. Umgekehrt steht der Hunger mit haben: Ich habe Hunger, nicht ich bin Hunger.