Der Nominativ: Subjekt, Artikel und die Frage wer oder was?
Der Nominativ ist der Kasus des Subjekts und antwortet auf wer? oder was?: der, das, die, die; ein, eine — auch nach sein, werden, bleiben und heißen.
Regel
Der Nominativ ist der Kasus des Subjekts: Er markiert die Person oder Sache, die etwas tut oder über die etwas ausgesagt wird. Die Kontrollfrage lautet wer? (Personen) oder was? (Sachen), gestellt vor dem konjugierten Verb: Wer wartet draußen? → ein Kollege.
Daraus folgen drei Punkte:
- Der Nominativ ist die Grundform. So steht ein Nomen im Wörterbuch und in der Wortschatzliste (der Tisch, das Buch, die Lampe); alle anderen Kasus sind Veränderungen dieser Form.
- Das Subjekt steuert die Verbendung (Kongruenz = Übereinstimmung von Subjekt und Verb): Das Kind spielt, aber Die Kinder spielen.
- Die Position entscheidet nicht über den Kasus. Weil das konjugierte Verb an zweiter Stelle steht, rutscht das Subjekt oft dahinter: Heute kocht mein Vater. Es bleibt trotzdem Nominativ.
Ein zweiter Nominativ erscheint nach den Verben sein, werden, bleiben, heißen. Sie haben kein Objekt, sondern setzen zwei Größen gleich, deshalb stehen beide Seiten im Nominativ: Er ist ein guter Lehrer, Sie wird Ärztin, Anna bleibt meine beste Freundin.
Der Vergleich mit dem Akkusativ ist einfach, denn bei den Artikeln und Artikelwörtern ändert sich nur das Maskulinum: der → den, ein → einen, kein → keinen, mein → meinen. Neutrum, Femininum und Plural sind in beiden Kasus identisch. Ein maskulines Wort oder die Frage wer?/wen? zeigt also, welcher Kasus vorliegt. Anders die Personalpronomen: Sie haben fast in jeder Person eigene Objektformen (ich → mich, er → ihn, wir → uns), die ins Kapitel zum Akkusativ gehören. Dativ und Genitiv haben ebenfalls eigene Kapitel.
Beispiele
- Der Zug fährt um acht Uhr ab.
- Meine Schwester wohnt in Berlin.
- Heute kocht mein Vater.
- Wer wartet draußen? — Ein Kollege von mir.
- Das Kind und die Eltern kommen später.
- Er ist mein bester Freund.
- Sie wird Ärztin.
- Anna bleibt meine beste Freundin.
- Die Kinder spielen im Garten, ein Hund schläft auf der Terrasse.
- Meine Lehrerin heißt Frau Weber.
Übersicht
| Nominativ | maskulin | neutrum | feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| bestimmter Artikel | der Mann | das Kind | die Frau | die Kinder |
| unbestimmter Artikel | ein Mann | ein Kind | eine Frau | — Kinder |
| Negativartikel | kein Mann | kein Kind | keine Frau | keine Kinder |
| Possessivartikel | mein Mann | mein Kind | meine Frau | meine Kinder |
| Kasus | maskulin | neutrum | feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der / ein Mann | das / ein Kind | die / eine Frau | die Kinder |
| Akkusativ | den / einen Mann | das / ein Kind | die / eine Frau | die Kinder |
| Person | 1. Sg. | 2. Sg. | 3. Sg. m | 3. Sg. f | 3. Sg. n | 1. Pl. | 2. Pl. | 3. Pl. | Höflichkeitsform |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ich | du | er | sie | es | wir | ihr | sie | Sie |
Typische Fehler
- ❌ Den Zug fährt um acht Uhr ab. → ✅ Der Zug fährt um acht Uhr ab. — Wer handelt, ist Subjekt und steht im Nominativ; den ist der maskuline Akkusativ.
- ❌ Er ist einen guten Lehrer. → ✅ Er ist ein guter Lehrer. — Nach sein folgt kein Objekt, sondern ein zweiter Nominativ.
- ❌ Wen hat angerufen? → ✅ Wer hat angerufen? — wer fragt nach dem Subjekt, wen nach dem Akkusativobjekt.
- ❌ Die Kinder spielt im Garten. → ✅ Die Kinder spielen im Garten. — Die Verbendung richtet sich nach dem Subjekt: Plural verlangt die Pluralform.
- ❌ Heute mein Vater kocht. → ✅ Heute kocht mein Vater. — Das konjugierte Verb bleibt an Position 2; das Subjekt steht dahinter und behält seine Form.
Verwandte Themen
Am besten lernt man den Nominativ zusammen mit dem Akkusativ: Beide zusammen decken fast jeden A1-Satz ab. Wer bei der Wahl zwischen der, das und die unsicher ist, findet die Regeln in den Kapiteln zum bestimmten und unbestimmten Artikel; die vollständige Liste der Personalpronomen und die Regeln zur Verbstellung stehen ebenfalls in eigenen Kapiteln.
Häufige Fragen
Wann benutzt man den Nominativ?
Immer für das Subjekt, also für die Person oder Sache, die handelt oder beschrieben wird. Die Artikel lauten der, das, die und im Plural die, dazu ein und eine. Es ist außerdem die Form, die im Wörterbuch steht.
Wie erkennt man das Subjekt im Satz?
Man fragt wer? (bei Personen) oder was? (bei Sachen) vor dem konjugierten Verb. Die Antwort ist das Subjekt und bestimmt die Verbendung — auch dann, wenn sie nicht am Satzanfang steht: Heute kocht mein Vater.
Was ist der Unterschied zwischen Nominativ und Akkusativ?
Der Nominativ ist der Handelnde, der Akkusativ das direkte Objekt. Bei Artikeln und Artikelwörtern ändert sich nur das Maskulinum: der wird zu den, ein zu einen. Neutrum, Femininum und Plural sehen gleich aus; die Personalpronomen haben dagegen fast in jeder Person eigene Objektformen.
Warum heißt es Er ist ein Lehrer und nicht einen Lehrer?
sein, werden, bleiben und heißen haben kein Objekt, sondern setzen zwei Größen gleich. Deshalb steht auch das zweite Nomen im Nominativ, genauso in Sie wird Ärztin.
Welche Personalpronomen stehen im Nominativ?
ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie und Sie. Formen wie mich, dich, mir oder dir gehören zu anderen Kasus und können nie Subjekt sein.

