Der unbestimmte Artikel ein/eine: Formen, Endungen und Gebrauch
ein steht bei maskulinen und neutralen Nomen, eine bei femininen; im Akkusativ maskulin einen, im Dativ einem/einer. Einen Plural hat ein nicht.
Regel
Der unbestimmte Artikel ein/eine nennt ein Exemplar einer Gattung, das der Hörer noch nicht kennt. Er steht bei der ersten Erwähnung; danach wechselt man zum bestimmten Artikel: Da kommt ein Hund. Der Hund ist klein.
Die Form hängt von zwei Dingen ab: vom Genus (Geschlecht) des Nomens und vom Kasus (Fall).
- eine steht bei femininen Nomen, ein bei maskulinen und neutralen. Im Nominativ sind maskulin und neutrum gleich; erst die anderen Kasus zeigen den Unterschied.
- Im Akkusativ ändert sich nur das Maskulinum: ein → einen. Neutrum und Femininum bleiben ein bzw. eine.
- Im Dativ (nach aus, bei, mit, nach, seit, von, zu und beim Empfänger) heißt es einem (maskulin, neutrum) und einer (feminin). Die Genitivformen (eines / einer) stehen der Vollständigkeit halber in der Tabelle; der Kasus selbst gehört in ein späteres Kapitel.
Einen Plural hat ein nicht. Im unbestimmten Plural steht das Nomen ohne Artikel: ein Buch → Bücher, eine Freundin → Freundinnen. Ohne Artikel stehen außerdem Berufe, Nationalitäten und Religionen nach sein, werden, bleiben — die artikellose Form ist hier die neutrale Standardvariante (Er ist Student) sowie unzählbare Stoffe in allgemeinen Aussagen (Ich trinke Kaffee). Kommt ein Adjektiv dazu, erscheint der Artikel wieder: Er ist ein guter Student.
Praktisch ist: kein und die Possessivartikel mein, dein, sein, ihr, unser, euer, Ihr haben dieselben Endungen wie ein. Wer ein beherrscht, beherrscht die ganze Gruppe — und damit auch die Verneinung, denn ein Nomen mit ein oder ohne Artikel wird mit kein verneint, nie mit nicht.
Beispiele
- Ein Hund liegt vor der Tür.
- Ich habe einen Bruder und eine Schwester.
- Sie kauft ihrem Sohn ein Fahrrad.
- Der Kurs dauert einen Monat.
- Wir wohnen in einem Haus mit Garten.
- Ich spreche gerade mit einer Kollegin.
- Ich möchte einen Kaffee, bitte.
- Auf dem Tisch liegen Bücher (Plural: unbestimmt, also ohne Artikel).
- Meine Schwester ist Ärztin (Beruf nach sein: ohne Artikel).
- Das ist kein Problem.
Übersicht
| Kasus | maskulin (Mann) | neutrum (Kind) | feminin (Frau) | Plural (Kinder) |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ein Mann | ein Kind | eine Frau | — / keine Kinder |
| Akkusativ | einen Mann | ein Kind | eine Frau | — / keine Kinder |
| Dativ | einem Mann | einem Kind | einer Frau | — / keinen Kindern |
| Genitiv | eines Mannes | eines Kindes | einer Frau | — / keiner Kinder |
Dieselben Endungen gelten für kein, mein, dein, sein, ihr, unser, euer und Ihr:
| Kasus | maskulin | neutrum | feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ein- | ein- | ein-e | kein-e |
| Akkusativ | ein-en | ein- | ein-e | kein-e |
| Dativ | ein-em | ein-em | ein-er | kein-en |
| Genitiv | ein-es | ein-es | ein-er | kein-er |
Typische Fehler
- ❌ Ich habe ein Bruder. → ✅ Ich habe einen Bruder. — Das direkte Objekt steht im Akkusativ, und dort wird maskulines ein zu einen.
- ❌ Sie hat eine Freunde in Berlin. → ✅ Sie hat Freunde in Berlin. — ein hat keine Pluralform; der unbestimmte Plural steht ohne Artikel.
- ❌ Ich habe ein Idee. → ✅ Ich habe eine Idee. — Feminine Nomen behalten im Nominativ und im Akkusativ die Form eine; nur das Maskulinum ändert sich.
- ❌ Ich fahre mit ein Auto. → ✅ Ich fahre mit einem Auto. — mit verlangt immer den Dativ, also einem.
- ❌ Ich habe nicht ein Auto. → ✅ Ich habe kein Auto. — In einer neutralen Aussage wird ein Nomen mit ein oder ohne Artikel mit kein verneint; nicht ein ist nur im Kontrast möglich: nicht ein Auto, sondern zwei.
Verwandte Themen
Wer beim Genus unsicher ist, beginnt am besten beim bestimmten Artikel. Dieselben Endungen kehren bei den Possessivartikeln und bei der Verneinung mit kein wieder; wie die Pluralformen der Nomen selbst gebildet werden und wann der Akkusativ steht, behandeln eigene Kapitel.
Häufige Fragen
Wann sagt man ein und wann eine?
eine steht vor femininen Nomen (eine Frau), ein vor maskulinen und neutralen (ein Mann, ein Kind). Ist das maskuline Nomen Akkusativobjekt, wird aus ein die Form einen.
Gibt es einen Plural von ein?
Nein. Im unbestimmten Plural steht gar kein Artikel: ein Buch wird zu Bücher. Nur die Verneinung hat eine Pluralform: keine Bücher.
Was ist der Unterschied zwischen ein Mann und der Mann?
ein führt etwas Neues und Unbestimmtes ein, der/die/das verweist auf etwas Bekanntes. Im ersten Satz steht deshalb meist ein, im zweiten der.
Warum heißt es Ich bin Lehrerin ohne Artikel?
Nach sein, werden und bleiben stehen Berufe, Nationalitäten und Religionen ohne Artikel. Mit einem Adjektiv kehrt der Artikel zurück: Ich bin eine gute Lehrerin.
Wie verneint man ein?
Mit kein, nicht mit nicht. kein hat genau die Endungen von ein: kein Auto, keinen Bruder, keine Zeit, keine Kinder.

