Der bestimmte Artikel: der, die, das — Genus und Deklination
der = maskulin, die = feminin, das = neutral, Plural = die. Die Endung des Nomens verrät meist das Genus, der Kasus verändert den Artikel.
Regel
Jedes deutsche Nomen hat ein festes Genus (grammatisches Geschlecht), und der bestimmte Artikel zeigt es an: der (maskulin), die (feminin), das (neutral). Im Plural fallen alle drei Genera zu einer Form zusammen: die. Das Genus lässt sich nicht aus der Bedeutung ableiten, deshalb lernt man jedes Nomen zusammen mit seinem Artikel: der Tisch, die Lampe, das Fenster.
Die Endung ist der beste Hinweis:
- der — von Verben abgeleitete Personenbezeichnungen auf -er, dazu die Endungen -ling, -ismus, -or, -ant und die Gruppen Tage, Monate, Jahreszeiten, Himmelsrichtungen und Wetterwörter: der Fahrer, der Lehrer, der Lehrling (= Auszubildender), der Kapitalismus, der Motor, der Montag, der Sommer, der Regen. Achtung: -er allein ist kein Genus-Signal (das Fenster, das Zimmer, die Mutter, die Butter).
- die — die Suffixe -ung, -heit, -keit, -schaft, -tion, -ei, -ie, -ik sowie die meisten Nomen auf -e: die Zeitung, die Freiheit, die Möglichkeit, die Nation, die Musik, die Lampe. Die systematischen Ausnahmen auf -e sind die schwachen Maskulina (der Junge, der Kollege, der Name) und das Auge, das Ende.
- das — Nomen auf -chen, -lein, -ment, -um und griechisches -ma, außerdem substantivierte Infinitive und Farben: das Mädchen, das Instrument, das Datum, das Thema, das Essen, das Blau. (-ma gilt nur für Wörter griechischer Herkunft — die Firma kommt aus dem Italienischen.)
Die Endung ist stärker als die Bedeutung: das Mädchen ist neutral, weil -chen ein Diminutiv (eine Verkleinerungsform) ist.
Der Artikel zeigt zusätzlich den Kasus an. Nur im Maskulinum ändert sich die Form im Akkusativ (der → den); Dativ und Genitiv verändern jedes Genus, und im Dativ Plural bekommt auch das Nomen ein -n: den Kindern.
Nach einer Präposition verschmilzt der Artikel oft mit ihr: an dem → am, in dem → im, zu dem → zum, zu der → zur, bei dem → beim, von dem → vom, in das → ins, an das → ans.
Schließlich steht der Artikel im Deutschen an Stellen, an denen andere Sprachen keinen setzen: bei Tagen, Monaten und Jahreszeiten, bei Körperteilen, bei abstrakten Begriffen und bei einigen Ländernamen wie die Schweiz, die Türkei und der Iran.
Beispiele
- Der Lehrer erklärt die Regel.
- Die Zeitung kostet zwei Euro.
- Das Mädchen wohnt in Köln.
- Die Kinder warten auf den Bus.
- Ich sehe den Mann jeden Morgen.
- Wir helfen dem Kind bei den Hausaufgaben.
- Das Fahrrad des Lehrers steht vor der Schule.
- Am Montag beginnt der Kurs.
- Ich wasche mir die Hände.
Übersicht
| Kasus | maskulin | neutral | feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der Mann | das Kind | die Frau | die Kinder |
| Akkusativ | den Mann | das Kind | die Frau | die Kinder |
| Dativ | dem Mann | dem Kind | der Frau | den Kindern |
| Genitiv | des Mannes | des Kindes | der Frau | der Kinder |
| Artikel | typische Endungen | Beispiel |
|---|---|---|
| der | -er (Personenbezeichnungen), -ling, -ismus, -or, -ant | der Fahrer |
| die | -ung, -heit, -keit, -schaft, -tion, -ei, -ie, -ik (Suffixe), -e | die Zeitung |
| das | -chen, -lein, -ment, -um, -ma (griechisch) | das Mädchen |
Typische Fehler
- ❌ Die Mädchen ist nett. → ✅ Das Mädchen ist nett. — -chen und -lein sind immer neutral; das grammatische Geschlecht ist nicht das biologische.
- ❌ Der Zeitung ist neu. → ✅ Die Zeitung ist neu. — Das Suffix -ung macht ein Nomen immer feminin (Wurzelwörter wie der Sprung, der Schwung sind keine Ableitungen).
- ❌ Ich sehe der Mann. → ✅ Ich sehe den Mann. — Nur das Maskulinum ändert im Akkusativ seine Form.
- ❌ Ich fahre mit die Bahn. → ✅ Ich fahre mit der Bahn. — mit verlangt den Dativ, feminin die wird also zu der.
- ❌ Der Kinder spielen draußen. → ✅ Die Kinder spielen draußen. — Im Plural steht für alle Genera die Form die.
Verwandte Themen
Neben dem bestimmten Artikel gibt es den unbestimmten Artikel ein/eine, der dieselben Genus-Informationen mit anderen Endungen transportiert. Wie die Pluralformen die Kinder, die Männer oder die Autos überhaupt gebildet werden, steht im Kapitel zum Plural; was Nominativ, Akkusativ und Dativ im Satz jeweils bedeuten, erklären die Kapitel zu den einzelnen Kasus.
Häufige Fragen
Woran erkennt man, ob ein Nomen der, die oder das ist?
Das Genus (das grammatische Geschlecht) gehört zum Nomen und wird zusammen mit ihm gelernt. Den besten Hinweis gibt die Endung: -ung, -heit, -keit sind feminin, -chen und -lein neutral, -ling und -ismus sowie Personenbezeichnungen auf -er (der Fahrer, der Lehrer) maskulin.
Welche Endungen deuten auf maskulin, feminin oder neutral hin?
Maskulin: -ling, -ismus, -or, -ant und Personenbezeichnungen auf -er sowie Tage, Monate, Jahreszeiten und Wetterwörter. Feminin: die Suffixe -ung, -heit, -keit, -schaft, -tion, -ei, -ie, -ik und die meisten Nomen auf -e. Neutral: -chen, -lein, -ment, -um und griechisches -ma.
Warum heißt es das Mädchen, obwohl ein Mädchen weiblich ist?
Die Verkleinerungsformen (Diminutive) auf -chen und -lein sind immer neutral, und diese Regel ist stärker als das natürliche Geschlecht: das Mädchen, das Fräulein, das Brötchen.
Wie verändert sich der bestimmte Artikel in den vier Kasus?
der → den (Akkusativ), dem (Dativ), des + Nomen auf -(e)s (Genitiv); die → der im Dativ und Genitiv; das bleibt im Akkusativ das und verhält sich nur im Dativ und Genitiv wie der; der Plural die bleibt im Akkusativ die, wird im Genitiv zu der und nur im Dativ zu den + Nomen auf -n.
Wann steht im Deutschen ein Artikel, wo andere Sprachen keinen setzen?
Bei Tagen, Monaten und Jahreszeiten (am Montag, im Juli, im Winter), bei Körperteilen (ich wasche mir die Hände), bei abstrakten Begriffen (die Zeit vergeht schnell) und bei einigen Ländernamen (die Schweiz, die Türkei, der Iran).

