BRAGIflash
Download on the App StoreGet it on Google Play
A1Anfänger3 Min. LesezeitAktualisiert

Der Plural im Deutschen: fünf Endungen und ihre Regeln

Deutsche Nomen bilden den Plural mit -e, -(e)n, -er, -s oder ohne Endung, oft mit Umlaut — der Artikel ist immer die.

Regel

Das Deutsche bildet den Plural mit fünf Endungen: -e, -(e)n, -er, -s oder gar keiner Endung. Die Plurale auf -e, -er und ohne Endung können zusätzlich einen Umlaut bekommen (a → ä, o → ö, u → ü, au → äu). Der Artikel im Plural ist immer die — unabhängig vom Genus (= grammatisches Geschlecht) des Nomens.

Welche Endung ein Nomen bekommt, ist nicht vollständig regelmäßig. Genus und Endsilbe geben aber eine gute erste Orientierung:

  • Fast alle femininen Nomen nehmen -(e)n: die Zeitung → die Zeitungen, die Blume → die Blumen. Diese Regel ist stärker als alle folgenden, deshalb bekommen auch feminine Nomen auf -el und -er ein -n: die Gabel → die Gabeln, die Schwester → die Schwestern, die Nummer → die Nummern. Nomen auf -in verdoppeln das n: die Ärztin → die Ärztinnen.
  • Maskuline Nomen nehmen meistens -e, sehr oft mit Umlaut: der Tag → die Tage, der Zug → die Züge.
  • Kurze neutrale Nomen nehmen häufig -er, wenn möglich mit Umlaut: das Kind → die Kinder, das Buch → die Bücher. Einige maskuline Nomen gehören dazu: der Mann → die Männer.
  • Maskuline und neutrale Nomen auf -er, -el und -en bekommen keine Endung, ebenso alle Verkleinerungsformen auf -chen und -lein; nur der Artikel zeigt den Plural: das Zimmer → die Zimmer, das Mädchen → die Mädchen. Manche bekommen trotzdem einen Umlaut: der Vater → die Väter, der Apfel → die Äpfel.
  • -s steht bei Fremdwörtern, Abkürzungen, Familiennamen und bei Nomen, die auf einen anderen Vokal als -e enden: das Auto → die Autos, die Oma → die Omas, der Chef → die Chefs.

Zwei Punkte gelten zusätzlich zur Endung. Erstens können nur a, o, u und au einen Umlaut bilden; feminine Nomen tun das selten — es gibt nur eine kleine Gruppe: die Hand → die Hände, die Stadt → die Städte, die Nacht → die Nächte, die Maus → die Mäuse, die Mutter → die Mütter, die Tochter → die Töchter (die beiden letzten ohne Endung). Zweitens hängt das Nomen im Dativ Plural ein zusätzliches -n an: mit den Kindern, bei den Freunden. Pluralformen auf -n oder -s bleiben unverändert (den Frauen, den Autos).

Weil die Endung nicht vorhersagbar ist, lernt man jedes Nomen am besten mit Artikel und Pluralform: der Stuhl, die Stühle. Einige Nomen haben gar keinen Plural (Milch, Zucker), andere existieren nur im Plural (die Eltern, die Ferien).

Beispiele

  • Auf dem Tisch liegen zwei Bücher.
  • Meine Brüder wohnen in Hamburg.
  • Die Kinder spielen im Garten.
  • Ich habe beide Schlüssel verloren.
  • In der Straße parken viele Autos.
  • Die Frauen warten vor dem Eingang.
  • Wir kaufen drei Äpfel und vier Tomaten.
  • An der Schule arbeiten fünf Lehrerinnen.
  • Mit den Kindern fahre ich morgen ins Museum.

Übersicht

Endung Typische Nomen Beispiele
-e (± Umlaut) viele maskuline, viele neutrale der Tisch → die Tische; der Stuhl → die Stühle; das Jahr → die Jahre
-(e)n fast alle femininen, auch auf -el/-er; -in → -innen die Frau → die Frauen; die Blume → die Blumen; die Gabel → die Gabeln; die Ärztin → die Ärztinnen
-er (± Umlaut) viele kurze neutrale, einige maskuline das Kind → die Kinder; das Buch → die Bücher; der Mann → die Männer
-s Fremdwörter, Abkürzungen, Namen, Nomen auf einen anderen Vokal als -e das Auto → die Autos; die Oma → die Omas; der Chef → die Chefs
keine Endung (± Umlaut) maskuline/neutrale auf -er, -el, -en; alle auf -chen, -lein der Lehrer → die Lehrer; der Apfel → die Äpfel; das Mädchen → die Mädchen
Kasus Artikel Beispiel
Nominativ die die Kinder spielen
Akkusativ die ich sehe die Kinder
Dativ den mit den Kindern
Genitiv der die Spiele der Kinder

Typische Fehler

  • ❌ Ich habe zwei Zimmers. → ✅ Ich habe zwei Zimmer. — Maskuline und neutrale Nomen auf -er, -el und -en bekommen keine Pluralendung; feminine dagegen schon (die Nummer → die Nummern).
  • ❌ Dort spielen drei Mädchens. → ✅ Dort spielen drei Mädchen. — Wörter auf -chen und -lein ändern sich im Plural nie.
  • ❌ Im Garten stehen zwei Baume. → ✅ Im Garten stehen zwei Bäume. — Viele maskuline Nomen bekommen -e und einen Umlaut.
  • ❌ Hier arbeiten zwei Lehrerinen. → ✅ Hier arbeiten zwei Lehrerinnen. — Aus -in wird -innen, das n wird also verdoppelt.
  • ❌ Ich spreche mit den Kinder. → ✅ Ich spreche mit den Kindern. — Im Dativ Plural bekommt das Nomen selbst ein zusätzliches -n.

Verwandte Themen

Der Plural benutzt denselben Artikel die, den die Kapitel zum bestimmten Artikel erklären; einen unbestimmten Artikel gibt es im Plural nicht — ein Buch wird einfach zu Bücher. Warum manche Nomen keinen Plural haben, steht im Kapitel zu zählbaren und unzählbaren Nomen. Das zusätzliche -n in mit den Kindern gehört zum Dativ; davon zu trennen ist die N-Deklination, bei der einige maskuline Nomen schon im Singular ein -n bekommen.

Häufige Fragen

Wie viele Pluralendungen gibt es im Deutschen?

Fünf: -e, -(e)n, -er, -s und gar keine Endung. Einen Umlaut können nur die Plurale auf -e, -er und ohne Endung bekommen; der Artikel im Plural ist immer die.

Gibt es eine Regel für die richtige Pluralendung?

Nur Tendenzen: fast alle femininen Nomen nehmen -(e)n (aus -in wird -innen), und diese Regel ist stärker als die anderen; maskuline nehmen meistens -e mit häufigem Umlaut, kurze neutrale oft -er; maskuline und neutrale Nomen auf -er, -el, -en sowie alle Wörter auf -chen und -lein bekommen keine Endung, Fremdwörter nehmen -s.

Welchen Artikel haben Nomen im Plural?

Im Nominativ und Akkusativ die, im Dativ den, im Genitiv der. Das Genus verschwindet im Plural: der Mann, das Kind und die Frau werden zu die Männer, die Kinder, die Frauen.

Wann bekommt der Plural einen Umlaut?

Nur a, o, u und au können sich ändern (a → ä, o → ö, u → ü, au → äu). Typisch ist das bei -e und -er, selten bei femininen Nomen (die Hand → die Hände, die Mutter → die Mütter) und unmöglich bei -s und -(e)n.

Warum heißt es mit den Kindern und nicht mit den Kinder?

Im Dativ Plural hängt das Nomen selbst ein -n an. Nur Pluralformen, die schon auf -n oder -s enden, bleiben unverändert: mit den Frauen, mit den Autos.